Das Microsoft Tablet besticht durch seine hochwertige Verarbeitung – aber wie ist die Praxistauglichkeit wirklich? Kann das Surface mit anderen Geräten mithalten? Was bietet Windows RT für Vorteile? Wo gibt es noch Nachholbedarf? PCShow.de ist diesen Fragen auf den Grund gegangen und das das Microsoft Surface ausgiebig getestet.

Kauf und Start des Microsoft Surface

Die Bestellung ist derzeit nur über den Microsoft Store möglich. Die Lieferzeit ist sehr unterschiedlich. Manche Besteller warten nun schon seit der Veröffentlichung auf ihr Modell, PCShow.de hingegen hat es bereits nach vier Tagen erhalten. Die Verpackung ist schlicht und edel. Beim Kauf des Bundles aus Surface und Touch Cover kommen beide Produkte in separaten Kartons, die in einen Schuber eingelegt sind.

Schlichte und einfach zu öffnende Verpackung

Nach dem Öffnen des Kartons liegt das Microsoft Surface direkt griffbereit in einer Plastiktüte bereit. Das Netzteil liegt daneben und muss nur ineinandergesteckt werden. Die Folie am Gerät lässt sich leicht öffnen und das Gerät herausziehen. Das Gerät ist sofort einsatzbereit!

Microsoft Surface im Karton

Nach dem Starten des Geräts öffnet sich das Setupmenü von Windows RT, in dem Standardeinstellungen vorgenommen werden. Neben der Einrichtung eines Microsoft Accounts (vorher: Windows Live ID) können hier die Einstellungen über Farben und Netzwerkverbindungen erfolgen. Der Tablet-PC richtet sich automatisch ein und stellt sofort wichtige Apps bereit und kann verwendet werden. Dazu später mehr …

Klick in! ? Das Touch Cover

Das Touch Cover ist wohl die innovativste Eigenschaft des Gerätes (neben seinem Betriebssystem Windows RT). Es wird mittels Magneten sowie einer Kontaktstelle leicht eingeklickt und hält dann auch ganz gut am Gerät. Es ist sehr dünn und hat eine eingeprägte Tastatur. Drücken kann man die Tasten nicht, aber bei Berührung schreibt der Surface und gibt ein Tippgeräusch wieder. Dies ist gewöhnungsbedürftig, aber nach kurzer Zeit schreibt es sich fast genauso schnell wie auf einer normalen Tastatur. Wer nicht auf den Komfort einer Tastatur verzichten möchte, kann das sogenannte Type Cover erwerben. Dies ist zwar etwas dicker, hat aber richtige Tasten zum Drücken.

Um das Touch Cover optimal nutzen zu können, kann man den eingebauten Ständer auf der Rückseite einfach aufklappen. So ist das Surface wandelbar in eine Art Laptop mit Tastatur und Touchpad. Aber auch ohne Touch Cover kann das Gerät so frei aufgestellt werden. Der Nachteil an dem eingebauten Ständer ist der Winkel. Dieser lässt sich nicht verstellen und wirkt etwas zu steil bei der täglichen Benutzung – gerade, wenn man nicht weit genug sitzen kann.

Microsoft Surface mit eingebautem Ständer

Der Surface hat in unserem Test locker einen ganzen Tag im Betrieb durchgehalten. Durch den Energiesparmodus hält der Akku extrem lang. Nach dem „Aufwachen“ startet Windows RT sofort. Man muss nur den Sperrbildschirm nach oben streichen. Im sogenannten „Connected Standby“ werden trotzdem per WLAN Informationen heruntergeladen, sodass die Kacheln bereits beim Fortfahren auf dem aktuellen Stand sind.

Um den Akku zu laden, schließt man das beiliegende Ladekabel am entsprechenden Steckplatz an. Durch die Magneten haftet der Stecker am Gerät, allerdings geht dies nicht so leicht, wie beim Andocken des Touch Covers.

Microsoft Surface mit Ladekabel

Zum Anschließen von externen Bildschirmen wird ein VGA-Adapter benötigt. Der HD-Videoausgang kann mit einem Microsoft-eigenen Adapter betrieben werden. Was Microsoft verschweigt: Es handelt sich um einen einfachen Micro-HDMI (Typ D) Ausgang, sodass auch andere HDMI-VGA-Adapter verwendet werden können. Im Test wurde ein anderes Modell verwendet und funktioniert einwandfrei. Und auch der Anschluss per HDMI-Kabel an den Fernseher funktioniert gut, die Farben sind gut zu erkennen und die Bewegungen laufen relativ flüssig.

Um den integrierten Festplattenspeicher (32 GB oder 64 GB) zu erweitern, können über den microSDXC-Steckplatz bis zu 64 GB zusätzlich angeschlossen werden.

Ein weiterer Vorteil: Ein USB 2.0 USB-Anschluss ermöglicht das Anschließen von diversen extnen Geräten, sofern die Treiber vorhanden sind. Beim Anstecken von USB-Sticks und Mäusen sind bei unserem Test keine Fehler aufgetreten. Allerdings sind die Hardwarehersteller noch nicht soweit. So konnte z. B. ein HP-Drucker nicht erkannt werden, da kein Treiber für Windows RT zur Verfügung steht.

Windows RT als mobile Version von Windows 8

Wenn man sich umhört bezüglich des Microsoft Surface, dann hört man – sofern jemand das Gerät überhaupt kennt – immer: „Ach, das ist doch das Tablet mit Windows 8.“ Das ist so nicht richtig: Auf dem Microsoft Tablet befindet sich Windows RT, sozusagen die mobile Version von Windows 8. Aufgrund der ARM-Prozessorstruktur ist der Stromverbrauch erheblich geringer und auch die Hitzeentwicklung geringer, sodass keine Kühlung erfolgen muss und Geräte kompakter sein können.

Bei der Benutzung fällt sofort auf, dass sich keine „normale“ Software installieren lässt, sondern nur Apps hinzugefügt werden können. Da das App-Angebot noch recht eingeschränkt ist, wird natürlich die Nutzung des Geräts eingeschränkt. Aber es ist damit zu rechnen, da die Apps auch unter Windows 8 verwendet werden, das Angebot bis zum Ende des Jahres erheblich gesteigert wird.

Bei der Nutzung funktionieren die Apps flüssig und werden über WLAN mit aktuellen Informationen versorgt. Der große Nachteil des Surface liegt darin, dass WLAN die einzige Verbindungsmöglichkeit ist. Ein SIM-Karten-Modul ist nicht vorgesehen und auch derzeit erhältliche UMTS-Sticks können aufgrund von fehlender Software nicht verwendet werden.

Ein großes Plus ist das bereits vorinstallierte Microsoft Office Home and Student 2013 RT. Word 2013, Excel 2013, PowerPoint 2013 und OneNote 2013 stehen somit nach dem Kauf des Gerätes zur vollen Benutzung zur Verfügung. Die installierte Version ist eine Preview-Variante, die bei Veröffentlichung der Final-Version im nächsten Jahr über ein Update installiert wird.

Fazit

Das Surface ist super verarbeitet, hat ein praktisches Touch Cover für das effektive Arbeiten und hat alle wichtigen Anschlüsse, die benötigt werden. Der Nachteil: Die bisherige geringe App-Auswahl und das fehlende UMTS-Modul. Die Datenverbindung ist unbedingt erforderlich, da in Sky Drive abgelegt Dateien nur online abgerufen werden können.