Microsoft hat nun seine zukünftige Strategie offengelegt. Eigene Hardware – insbesondere Smartphones – sollen den Marktanteil von Microsoft wieder wachsen lassen. Microsoft hat sich mit Nokia einen schwächelnden Partner gekauft und scheint bereits seine Fühler nach Blackberry ausgestreckt zu haben. Werden jetzt die Marktanteile zusammengekauft? Viele fragen sich, ob Microsoft mit der Strategie, die auch Apple und Google bereits fahren, Erfolg haben wird. Mit der Übernahme der Handy-Sparte von Nokia für 5,4 Mrd. Euro hat man sich nicht gerade ein schlagfertiges Zugpferd eingekauft. Wie die Süddeutsche treffend formulierte, wird hier eine „Allianz der Verlierer“ geschmiedet. Der sehr niedrige Marktanteil von Windows Phone sowie der mangelnde Absatz von Nokia-Telefonen – wobei 80 % der Windows Phones von Nokia stammen – dürften sich nicht gerade gegenseitig beflügeln. Ein großes Problem hat Microsoft bereits: Die Kosten für ein Windows Phone liegen gerade im Vergleich zu Google Android-Geräten zu hoch. So sind vor allem in Asien Windows Phones unterrepräsentiert.

In einem Statement von Christian P. Illek, Vorsitzender der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland, heißt es zur Übernahme von Nokia: „Die geplante Übernahme ist der konsequente Schritt in unserer Entwicklung hin zu einem Unternehmen, dass neben Software auch Hardware und Services anbietet. Die aktuelle Generation der Nokia Windows Phones überzeugt mit ausgereifter Technik und hoher Nutzerakzeptanz. […] Auch in Deutschland hat sich Windows Phone in den zurückliegenden Monaten sehr gut entwickelt. Die Übernahme, mit deren Abschluss wir Anfang 2014 rechnen, wird unseren Bestrebungen im Smartphone-Markt einen zusätzlichen Schub geben. Die Investition ist strategisch sehr wertvoll […].“

Microsoft versucht nun mit allen Mitteln in den Smartphone-Markt zu drängen. Microsoft verdient zwar hauptsächlich über die PC-Sparte mit dem Betriebssystem Windows und den Office-Anwendungen, möchte aber auf der Erfolgswelle von iPhones und Android-Smartphones aufspringen. Allerdings gibt es Gerüchte, dass Microsoft seine „Shopping-Tour“ noch nicht beendet haben soll. Wie Bloomberg berichtet, würde Microsoft den Smartphone-Pionier BlackBerry weiterhin „im Auge behalten”. Die starke Präsenz im Unternehmensbereich sei für Microsoft von großem Interesse. Allerdings stellt eine Übernahme auch große Herausforderungen dar. Zwei schwächelnde Smartphone-Hersteller unter einer neuen Microsoft Hardware-Marke zu verschmelzen, würde für Microsoft einen großen Kraftakt bedeuten und ob sich dieser Zusammenkauf der Marktanteile für Microsoft wirklich lohnt, wird sich zeigen.