Das ZDF-Magazin Frontal 21 präsentierte vor einiger Zeit die typischen Klischees von Gewaltverherrlichung in Computerspielen und den angeblich verheerenden Auswirkungen auf die Jugend. Selbstverständlich durfte auch der Verweis auf „Erfurt“ nicht fehlen. Für den Zuschauer hörte sich das ungefähr so an:

Ego-Shooter = Amoklauf.

Vergessen wird nur immer zu gern, dass es Millionen Spieler weltweit gibt, die nicht Amok laufen, obwohl sie täglich virtuell morden.

Am letzten Dienstag Abend ist "Frontal 21" erneut gegen den Konsum von sogenannten "neuen Medien" zu Felde gezogen. Im Rampenlicht der Enthüllung steht die These, dass Kinder und Jugendliche, die in großem Umfang fernsehen, Videos und Computerspiele konsumieren, mit eklatanten Leistungseinbrüchen in der Schule rechnen müssten, so Frontal 21.

Das Magazin beruft sich dabei auf die jüngsten Erhebungen des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KfN) zum Thema "Medienverwahrlosung als Ursache von Schulversagen und Jugendkriminalität".

Unterdessen haben andere Medienunternehmen auf die Hetzkampagne von Frontal 21 gegen die Computerspiellobby reagiert. Das Nachrichtenmagazin "Spiegel Online" bemerkt: "Die Auswirkungen von Computerspielen müssen weiter untersucht werden, allerdings mit etwas weniger holzschnittartigen Thesen."

Die britische BBC meldet unter Berufung auf eine Studie des "Institute of Education at London University": "Computer games could enhance learning and have a legitimate place in the classroom." (dt.: "Computerspiele könnten den Lernprozess fördern und haben im Klassenzimmer eine berechtigte Stellung.")

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